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Geschichte

  • Polen im 20. Jahrhundert

    Polen im 20. Jahrhundert

    Die Geschichte Polens war im 20. Jahrhundert geprägt von einer Abfolge von Fremd- und Selbstherrschaft. Bis 1918 war das Land noch geteilt zwischen seinen Nachbarn Deutschland, Österreich und Russland. Nach der Wiedererrichtung als selbstständiger Staat mussten die Grenzen neu bestimmt werden. Schließlich lebten in dem neuen Staat zahlreiche Minderheiten, die sich ihrerseits oft unterdrückt fühlten, während Polen nun sogar nach Kolonialherrschaft in Afrika strebte. Der Zweite Weltkrieg brachte die größte historische Katastrophe für das Land und anschließend eine massive Verschiebung seiner Grenzen und seiner Bevölkerung. Es folgte ein vierzigjähriges kommunistisches Regime, von dem immer noch diskutiert wird, inwieweit in ihm Polen oder Russen dominierten. Die Wiedererlangung der vollständigen Unabhängigkeit machte es ab 1989 erforderlich, Polens Selbstverständnis und seinen Platz in Europa neu zu bestimmen, ein Prozess der bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist. Die Vorlesung soll vor allem darauf eingehen, wie dieses Geschehen aus der polnischen Innenperspektive erlebt wurde. Das Schwanken des nationalen Bewusstseins zwischen Opferrolle und Größenwahn hat Mentalitäten geprägt, die so in kaum einem anderen Land anzutreffen sind und die zumal in der epochalen Gestalt von Papst Johannes Paul II. Einfluss auf die ganze Welt genommen haben. Um dies deutlich zu machen, sollen im Lauf der Vorlesung auch historische polnische Filmdokumente mit deutscher Übersetzung gezeigt werden.

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  • Reformation und Gegenreformation in Ostmitteleuropa

    Reformation und Gegenreformation in Ostmitteleuropa

    Dass die Reformation sich nicht nur in Deutschland abgespielt hat, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Reformationsgeschichten berichten von den Entwicklungen in Frankreich, England, der Schweiz, den Niederlanden, Italien, Skandinavien, vielleicht Nordamerika und meistens auch ein kleines bisschen in Osteuropa. In dieser Vorlesung machen wir aus dem kleinen bisschen einmal die Hauptsache. Nach einem Überblick über die Anfänge der reformatorischen Bewegung wendet sich die Vorlesung der Region zu, in der diese ihre wohl bunteste Ausprägung erfuhr. In Osteuropa hatte die katholische Kirche sich schon vor der Reformation in stärkerem Maß als im Westen mit anderen Konfessionen und Religionen auseinandersetzen müssen: mit der orthodoxen Kirche, mit dem Judentum und mit dem Islam. In der frühen Neuzeit stand diese Region dann unter dem schwankenden Einfluss von Großmächten unterschiedlicher Konfession: der islamischen Türken, der katholischen Habsburger, der protestantischen Schweden und der orthodoxen Russen. Wo deren Einflüsse sich einigermaßen die Waage hielten oder sich ihnen starke örtliche Stände entgegenstellten, hatten die verschiedenen protestantischen Bekenntnisse - zumindest zeitweise - große Chancen. In die Regionen, in die die deutsche Ostsiedlung des Mittelalters gedrungen war, gelangte schnell das Luthertum und trug zum Beispiel im Baltikum dazu bei, die Sprache kleinerer Ethnien durch ihre Verschriftlichung zu bewahren. In Polen wollte der Adel sich nicht durch religiöse Kämpfe aufreiben, was zu einer einzigartigen Vielfalt von Konfessionen führte. Nicht nur Luthertum und Calvinismus verbreiteten sich in Polen und Litauen, sondern auch Hussiten, Antitrinitarier und Täufer fanden dort zeitweise eine sichere Heimstatt. In Böhmen gab es mit den Hussiten schon vor der Reformation eine andere Konfession als die katholische, in der dann protestantische Ideen zum Teil bereitwillig aufgenommen wurden. Der Versuch der habsburgischen Landesherren, diese Bewegung zu unterdrücken, löste 1618 den Dreißigjährigen Krieg aus, der Auswirkungen in ganz Europa hatte. In Ungarn und Siebenbürgen konnten sich verschiedene protestantische Konfessionen paradoxerweise gerade deshalb weitgehend ungestört entwickeln, weil große Teile dieser Länder unter der Herrschaft der Türken standen. Die führenden Vertreter dieser Konfessionen standen damals in intensivem Kontakt mit ihren Glaubensbrüdern in Westeuropa. Erst als die Türken nach 1683 aus Ungarn verdrängt wurden, konnten die Rekatholisierungsversuche der Habsburger dort in großem Stil einsetzen, waren dann allerdings auch erfolgreich. Der katholischen Gegenreformation mit den Jesuiten an der Spitze gelang es schließlich, den Protestantismus weitgehend wieder aus Ostmitteleuropa zu verdrängen und durch Kirchenunionen sogar Teile der orthodoxen Kirche an die katholische Kirche anzuschließen. Doch haben die reformatorischen Episoden in Polen, Böhmen und Ungarn dazu geführt, dass sich diese Nationen seit dem 19. Jahrhundert, als diese Tugend in Mode kam, für besonders tolerant halten.

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